Was ist überhaupt Spielzeug?
Letztlich entscheiden die Nutzer – also die Kinder selbst – was ein Spielzeug ist und was nicht. Dennoch folgt hier der Versuch einer groben Definition.
Ein interessanter Ansatz ist in der europäischen Richtlinie 88/378/EWG nachzulesen, die Vorgaben zur Sicherheit von Spielzeug beinhaltet. Hier heißt es, Spielzeug seien “alle Erzeugnisse, die dazu gestaltet oder offensichtlich bestimmt sind, von Kindern im Alter bis 14 Jahren zum Spielen verwendet zu werden”. Die Grenze von 14 Jahren mag etwas willkürlich und zugleich starr gezogen sein – aber der Kern der Definition ist unmittelbar verständlich.
Schwieriger schon ist die Frage, was eigentlich “Spielen” bedeutet. Kinder spielen mit Puppen, Figuren, Sandförmchen, Bausteinen, Bällen, Kugelbahnen, vielleicht auch mit einfachen Puzzles – aber spielen sie auch mit einem Laufrad? Ist das Laufrad ein Spielzeug oder nur ein Fortbewegungsmittel? Ist “Mensch ärgere dich nicht” ein Spielzeug oder einfach nur ein Brettspiel? Wir meinen: Gerade beim Kleinkind ist ein großer Teil des Alltags durch das Spielen bestimmt – folglich sind für das Kind viele Gegenstände “Spielzeug”, die für Erwachsene einen nüchternen Zweck haben. Manches Kind will mit dem Laufrad gar keinen bestimmten Ort erreichen, sondern hat einfach Freude am Spiel.
In diesem Sinne betrachten wir “Spielen” und “Spielzeug” in diesem Online-Ratgeber weit gefasst. Wichtig erscheint uns, dass Spielzeug keine oder nur sehr einfache Regeln kennt und stattdessen der kindlichen Kreativität Raum lässt. Auch diesem Grund ist “Mensch ärgere dich nicht” vielleicht gerade noch als Spielzeug zu betrachten, während komplexe Gesellschaftsspiele die unsichtbare Grenze überschritten haben.